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Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie...

 
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Anmeldungsdatum: 05.01.2005
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BeitragVerfasst am: Do 17.11.2005 20:26    Titel: Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie... Antworten mit Zitat

Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird. 79 Seiten, Unrast-Verlag 2004.

'Kommunismus' steht auf dem Cover. Von solchen Büchern gibt es so einige. Die einen wittern den Massenmord, die anderen das Arbeiterparadies. Und viele bestehen aus betonfesten Textblöcken, die zu lesen sehr anstrengend sein kann. Dass muss freilich auf sich nehmen, wer tagtäglich ein bißchen Erkenntnisgewinn verbuchen will. Trotzdem stellt sich oft die Frage: Geht das nicht einfacher?

Einen solchen Versuch hat Bini Adamczak mit ihrem Buch unternommen. In einer lockeren, unterhaltsam geschriebenen Art und augelockert mit netten Illustrationen führt sie in die Enstehungsgeschichte des Kapitalismus ein und zeigt dessen Systematik auf - die nie dazu führen wird, dass alle Menschen zufrieden sein können. "'Erst hat uns der Kapitalismus ganz unglücklich gemacht und dann ist er auch noch ständig schief gegangen.'"

"Da, plötzlich, fällt es den Menschen wieder ein: 'Der Kommunismus', rufen sie. 'Der Kommunismus ist doch die Gesellschaft, die alle Übel abschafft, unter denen die Menschen im Kapitalismus leiden. Den Kommunismus müssen wir machen!'" Also widmet sich der zweite Teil des Buches den verschiedenen Versuchen der Menschen, genau das zu tun - und die/der Leser/in wird mit ihnen durch die verschiedenen Entwürfe kommunistischer Theorie - und die Kritik an diesen - geführt, die in den letzten 150 Jahren hervorgebracht und praktiziert wurden und werden.

Die Geschichte endet damit, dass sich die Menschen ihr verweigern. In Richtung der Autorin rufen sie: '"Hör auf, uns hier unsere Geschichte vorzuschreiben. Wir entscheiden alleine, wie es weiter geht. Denn das ist unsere Geschichte - und die machen wir jetzt selbst!"'

Es folgt ein Nachwort, das sich nicht so einfach lesen läßt wie der erste Teil des Buches und das sich der Frage widmet, wie aktuell die Idee des Kommunismus überhaupt noch ist - und das zudem ein vergleichsweise beschränkteres Publikum anspricht. Der Rest jedoch hat bis dahin eine sehr unterhaltsame Einführung oder Auffrischung einer materialistischen Kapitalismuskritik und hoffentlich ein Nachdenken über die eigenen politischen Entwürfe und Ideale hinter sich.
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